Freitag, 6. Februar 2015

Die wenig erkannte Auswirkung des Dividendenwachstum

Über Anleger, die auf ein möglichst solides und hohes Dividendenwachstum (englisch: Dividend Growth Investor) setzen, haben wir verschiedentlich auf diesem Blog berichtet. Zum Beispiel bei der Frage "Hohe Dividendenrendite oder hohes Dividendenwachstum?" oder bei der Einführung der Größe "Yield on Cost". So wie viele Menschen über die Auswirkungen des Zinseszins erstaunt sind, sind sie noch mehr beeindruckt, wenn sie sehen, was sich damit bei der Geldanlage alles erreichen lässt. Daher möchte ich in diesem Artikel auf die unterschätzte Macht des Dividendenwachstums blicken.

Angenommen ein Anleger erhält eine durchschnittlich monatliche Dividendenzahlung von 1.000 Euro netto. Diese Dividendenzahlung wird nicht reinvestiert, sondern steht zur freien Verfügung und das investierte Geld bleibt zudem konstant. Das heißt, es wird kein frisches Kapital investiert. Zudem lassen wir Währungseffekte unberücksichtigt, da sich der Einfluss über viele Jahre hinweg häufig egalisiert.
Wahrscheinlich werden sich einige Leser fragen, wie man denn an eine monatliche Dividendenzahlung von 1.000 Euro herankommt?

Im Artikel "Merken Sie sich den Wert 3,50 Euro" hatten wir eine Ausschüttungsrendite von 5,7 Prozent brutto und 4,2 Prozent netto als Berechnungsgrundlage genommen. Im High Yield/Dividend Depot lagen wir bislang im Minimum bei 5,8 Prozent Ertragsrendite pro Jahr, meist jedoch mit über 6,0 Prozent höher. Also kann die Annahme von 5,7 Prozent brutto für Aktien mit hohen Dividenden und Junk Bonds (Hochzins-Anleihen) mit hoher Zinszahlung eher noch als defensiv charakterisiert werden. Daher bekommt man bereits mit einem angelegten Vermögen von 285.000 Euro eine monatliche Dividende von 1.000 Euro netto.

Über 4 Prozent Dividendenrendite
In unserem Dividenden-Aristokraten Depot ist im Jahr 2015 eine Dividendenrendite von 4,1 Prozent, also netto etwa 3,0 Prozent zu erwarten. Für eine derartige Verzinsung benötigt man investiertes Kapital in Höhe von 400.000 Euro, um 1.000 Euro Netto-Ertrag pro Monat zu erhalten.
Wenn man bedenkt wie viele Menschen in Deutschland ein Eigenheim haben oder sich anschaffen möchten, ist eine Summe von knapp 300.000 bis 400.000 durchaus nicht unrealistisch.

Nehmen wir weiter ein jährliches Dividendenwachstum von 7 Prozent an. Das entspricht dem aktuellen Wert in unserem Dividenden-Aristokraten Depot. Im Monatlichen Marktbericht stelle ich jeweils 15 Aktien mit einem mittleren jährlichen Dividendenwachstum zwischen 6 und 20 Prozent vor. Also sind 7 Prozent wirklich konservativ gerechnet. Wer nun Angst vor einem Bärenmarkt hat oder ihm die 7 Prozent zu niedrig sind, kann die gleiche Rechnung für eine vorsichtige Annahme von 5 Prozent Dividendenwachstum pro Jahr oder eine offensivere Annahme von 10 Prozent p.a. mittleres Dividendenwachstum durchführen.

Dividendenwachstum von 7 Prozent
Bleiben wir bei einem jährlichen Dividendenwachstum von 7 Prozent. Dann würde unserer Anleger nach 1.000 Euro im ersten Jahr nun 1.070 Euro an Dividenden ausgezahlt bekommen. Im zweiten Jahr wären es 1.145 Euro pro Monat. Im zehnten Jahr würde der monatliche Dividendenertrag auf 1.967 Euro angewachsen sein.
Und selbst wer eine besonders vorsichtige Rechnung machen möchte und "nur" 5 Prozent jährliches Dividendenwachstum annimmt, erhält nach 10 Jahren Dividenden in Höhe von 1.629 Euro ausgezahlt.
Das ist doch eine schöne Steigerung, oder? Und zwar ohne dass die Dividenden reinvestiert wurden und ohne weiteres Kapital investiert zu haben, quasi für "Nichtstun".

Dividendenwachstum der letzten
10 Jahre am Beispiel von
Procter&Gamble,
Quelle: Investor relations PG
Ein Beispiel für den über die Jahre ansteigenden Dividendenertrag mit visualisierter Übersicht hatten wir uns in einem früheren Artikel über den US-Konzern Johnson&Johnson angeschaut.

Die links nebenstehende Grafik zeigt das lückenlose Dividendenwachstum der letzten 10 Jahre von einem anderen prominenten Dividenden-Aristokraten, nämlich Procter&Gamble.

Der einzige lupenreine Dividenden-Aristokrat aus Deutschland mit einem soliden Ertragswachstum ist Fresenius. Leider ist die Dividendenrendite von Fresenius an sich zu niedrig, um in unserem Dividenden-Aristokraten Depot aufgenommen zu werden.

An den drei genannten Beispielen sehen wir auch, dass die Dividenden selbst während der Finanzkrise - mit Kurseinbrüchen am Aktienmarkt von 50 Prozent und mehr - bei Aristokraten in der Regel weiter ausgezahlt werden. Lediglich das Dividendenwachstum kann dann in einzelnen Jahren mal etwas geringer ausfallen, obwohl Dividenden-Aristokraten selbst dann meist noch in der Lage sind, den Dividenden-Ertrag zu erhöhen.

Kursgewinne meist noch obendrauf
Es gibt noch einen weiteren Vorteil. Der Fokus auf den Dividendenertrag sorgt dafür, dass man weniger sorgenvoll auf Kursschwankungen blickt. Und wie wir eben schon festgestellt haben, fließen die Erträge aus den Dividendenzahlungen mit höchstens geringer Reduzierung selbst dann weiter, wenn vorübergehende Kurseinbrüche gibt.
Dennoch kann man die Kursveränderungen nicht völlig ausblenden. Dass braucht - oder soll - man auch gar nicht, denn Dividenden-Aristokraten haben die Eigenschaft nach Zeiträumen von 10 Jahren häufig auch mit ordentlichen Kursgewinnen dazustehen.

Kleine Einschränkung
Eine kleine Einschränkung muss jedoch gemacht werden. Bei einem diversifiziertem Depot wird es im Laufe eines längeren Zeitraumes vorkommen, dass einige wenige Unternehmen ihr stetiges Wachstum des Dividendenertrages nicht halten können. Sie werden die Dividenden kürzen oder möglicherweise komplett streichen. Diese Einzelfälle muss man dann entsprechend im Depot durch neue Dividenden-Aristokraten austauschen. Daher sollte man für eine realistische Planung von der idealisierten Berechnung einen kleinen Sicherheitsabschlag einkalkulieren.

Fazit
Wie wir in diesem Artikel gesehen haben, entsteht durch ein stetiges Dividendenwachstum eine unglaubliche Entwicklung für das eigene Depot. Binnen zehn Jahren hat sich der Ertrag der Dividendenzahlung eines Aktien-Depots bestehend aus Dividenden-Aristokraten aufgrund des Dividendenwachstums beinahe verdoppelt. Je länger man dieses Aktien-Depot hält, desto mehr wirkt der Zinseszins auf die Steigerung des Ertrags.
Selbst wenn es einige wenige Aktien im Depot gibt, die man austauschen muss, hat dies auf die Größenordnung des hier beschriebenen Anlageerfolgs nur einen sehr geringen Einfluss.


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Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Hallo,

    danke für den guten Beitrag!

    Ich bin mir zwar der Wichtigkeit eines kräftigen Dividendenwachstums bewusst gewesen, aber so eine Visualisierung hat noch einmal eine ganz andere Kraft.

    Es ist beruhigend zu wissen, dass nicht nur die monatlichen Investitionen den Cashflow steigern, sondern die Investition auch alleine und von sich aus einen immer stärkeren Cashflow produziert!

    Beste Grüße

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  2. was macht man, wenn die aktien 50% wertverlust verzeichnen? dann ist ja die ganze passive einkunftsstrategie hinfällig, oder? so abwegig ist ein stand des DAX bei 4000 ja gar nicht, das wären mehr als -60% wertverfall. da kann man mir doch nicht sagen, dass es eine gute strategie ist im rentenalter und einen beitrag von 600k zur rente angespart hat?

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  3. Hallo,

    fairerweise sollte bei all den Empfehlungen auch auf die derzeitige Marktlage eingegangen werden.
    Wenn ich eine Aktie in Zeiten der Überbewertung kaufe, habe ich eine schlechtere Dividendenrendite als in weniger überkauften Zeiten. Jeder Interessent der in eine Dividenden-Wachstums-Strategie investieren möchte, ist auf günstige Einstiegsmomente angewiesen. Dies sollte unbedingt bei all der Euphorie beachtet werden.
    Wenn eine solide Aktie im Einklang mit dem Marktgeschehen einen Wertverlust von 50 % widerfährt, dann wäre ein guter Zeitpunkt zum investieren, wenn die Bodenbildung erreicht ist bzw. wenn ein neuer Aufwärtstrend beginnt.
    Hält man 10 verschiedene Aktientitel zu gleichen Teilen und eine Aktie entwickelt sich gegen den allgemeinen Markttrend, sollte man die Aktie eventuell mit Verlust abstoßen. Denn hält der Trend an, wird irgendwann auch die Dividende gekürzt. Seadrill wäre ein Beispiel hierfür. Ein Totalverlust würde bei 10 Titeln nur 10 % des Depotwertes ausmachen. Haben sich die anderen 10 Titel eher positiv entwickelt und rechnet man die Rendite durch die Dividende hinzu, ist der reale Verlust noch geringer. Daher ist eine Streuung des Depots in verschiedene Sektoren wichtig. Zyklische Aktien mit hoher Dividendenausschüttung sollte man nicht verkaufen, sondern eher nachkaufen.

    Dividendenaristokraten zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch in einem Crash weiter Dividenden zahlen. Daher ist ein Crash eher ein günstiger Moment zum nachkaufen anstatt zu verkaufen. Im Fall einer Dividendenstrategie liegt der Fokus primär auf der Generierung von passivem Einkommen und weniger auf den Wert des Depots.
    Wie Eingangs erwähnt, halte ich jedoch günstige Einstiegsmomente für äußerst wichtig, da ich für die gleichen Investitionsbetrag deutlich mehr Aktien erhalte.

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    1. Je mehr ich von Überbewertungen lese, desto mehr denke ich, dass es keine gibt ;). Wenn alle Cash parken und auf den Crash warten, dann kommt er nicht!

      Bei regelmäßigen Einkäufen nach Rücksetzern sollte man der Timingfalle entgehen.

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  4. danke für den kommentar - ja, so sehr der blog unterrichtet, ist er da auch meiner meinung nach zu einseitig und versäumt den nutzer an die hand zu nehmen und zu zeigen, dass die strategie da gerade in zeiten einer hausse auch durchaus shortcomings hat.

    gibt es einen dividenden artistokraten ETF, der schon mindestens 10 Jahre am Markt unterwegs ist und somit die grössere Finanzkrise schon überstanden hat? Rückblickend betrachtet möchte ich verstehen, um wieviel sich mein Kapital maximal reduziert haben könnte aufgrund eines rapiden wertverlustes.

    kann mir da jemand helfen?

    danke

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  5. Ich glaube, dass hier einige Missverständnisse entstanden sind.

    1.) Das im Artikel entstandene Dividendenwachstum hat bei allen drei Beispielen (und auch bei vielen anderen Aristokraten) trotz der Finanzkrise und trotz der Eurokrise stattgefunden. Zum Beispiel ist der Kurs bei Procter&Gamble im Jahr 2000 über 50% und während der Finanzkrise um fast 50% eingebrochen. Dennoch gab es in jedem Jahr eine Dividendenerhöhung.

    2.) Natürlich ist es immer besser eine Aktie günstig zu bekommen. Und das Argument, Aktien seien teuer höre ich schon seit Jahren. Trotzdem geht es schon seit Jahren aufwärts. In Crashphasen trauen sich viele Anleger nicht zu kaufen. Wer von Ihnen hat Mitte Oktober 2014 beherzt Aktien gekauft? D.h. in der Praxis funktioniert das "günstige" Kaufen nur selten. Daher würde ich den Einstiegspreis nicht überbewerten. Das prozentuale Dividendenwachstum passiert ja unabhängig vom Einstiegspreis.

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    1. Mitte Oktober 2014 habe ich mir beherzt 46 Anteile von BASF ins Depot gepackt. Gekauft wird, wenn die Kurse sinken.

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  6. Hi zusammen,

    gibt es einen historischen performance vergleich eines dividenden aristokraten ETFs, der über mind 10 Jahre geht? ich möchte gerne sehen, wie sich da der Wert entwickelt hat. Es geht hier um einen höheren Betrag, den ich zum Verbrauch im Rentenalter gut angelegt wissen möchte.

    Danke Euch!

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  7. Hallo, da ETF's erst so richtig in den letzten 5 Jahren den Wertpapiermarkt erobert haben, ist ein langfristiger Vergleich schlecht möglich. Wenn Sie die Wertentwicklung von einigen Aristokraten wie Procter & Gamble der letzten 20 - 25 Jahre anschauen, werden Sie einen enormen Wertzuwachs feststellen. Alternativ können Sie auch die Wertentwicklung der verschiedenen Indexe (?) verfolgen. Es gibt im Laufe eines Kalenderjahres immer mal Korrekturen am Aktienmarkt und die sollte man zum Einstieg für eine Buy and Hold Strategie nutzen. Besser wäre es etwas Cash zum nachkaufen in Reserve zu halten. Wertpapiere haben eine durchschnittliche Wertentwicklung von 7 % p. a.

    Wenn Sie eine größere Summe anlegen wollen, dann spricht nichts dagegen das AktienDepot hier im Forum nachzubilden.

    Wenn Sie noch skeptisch sind, lesen Sie sich mittels Bücher in die Materie ein und investieren Sie in Produkte, die Sie verstehen und hinter denen Sie auch persönlich stehen.

    Ein breit gestreutes Depot schützt Sie vor Totalverlust. Krisenzeiten müssen Sie aussitzen oder besser zum Nachkaufen nutzen.

    Viel Erfolg!

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  8. "was macht man, wenn die aktien 50% wertverlust verzeichnen?"

    Aktien haben Kursschwankungen, und ja aller paar Jahre ist auch mal ein größerer Knick drin. Das verschweigt aber auch nirgendwo niemand, sondern weist darauf hin gerade schon vorher sich zu überlegen was man in solchen Fällen macht um keine emotionalen Panikhandlungen zu machen.

    - Wer mit Kursverlusten generell nicht umgehen kann, muss halt beim Sparkonto o.ä. bleiben. Das Aktien risikolos sind behauptet ja niemand
    - man kann sein Kapital mittels Stop-Loss Marken bis zur persönlich definierten "Schmerzgrenze" sichern, oder derivative Strategien einsetzen

    "dann ist ja die ganze passive einkunftsstrategie hinfällig, oder?"

    Nein. Die "passive Einkunftsstrategie" wird erst hinfällig wenn die Dividenden nicht mehr (in angemessener Höhe) ausgeschüttet werden. Der Kurswert der Aktienpositionen ist dabei erstmal sekundär (wir wollen ja nicht primär durch Verkaufsgewinne unseren Profit machen). Ein konsequenter Dividendeninvestor würde in solchen Phasen sogar nachkaufen (wenn er an die Stabilität der Dividende und eine spätere Erholung der Lage glaubt) weil dann mehr Yield zu holen ist.

    "da kann man mir doch nicht sagen, dass es eine gute strategie ist im rentenalter und einen beitrag von 600k zur rente angespart hat?"

    Niemand wird Ihnen vernünftigerweise raten Ihre 600k jetzt SOFORT und KOMPLETT in den Aktienmarkt zu stecken. Besser ist es, über mehrere verschiedene Anlageklassen diversifiziert zu sein um nicht von einer zu abhängig zu sein. Und genauso statt großer Einzelinvestition lieber viele kleinere (aber konstante und kontinuierliche) Anspar-Raten zu fahren, so macht man sich auch frei vom Warten auf den "perfekten Ein/Ausstiegszeitpunkt", den man eh nie erwischt.

    Wenn Sie als Rentner 600k haben (glückwunsch) und nicht wissen was Sie damit anfangen sollen (salopp gesagt), würde ich sowieso einen persönlichen (Honorar!)Berater aufsuchen anstatt irgendwelchen fremden Leute aus dem Internet vertrauen ;-)

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  9. Hi,
    super Beitrag. Ich finde der Faktor Zeit wird hier meist unterschätzt. Auch wenn eine Aktie momentan nur 2% Dividendenrendite hat, sieht das höchst wahrscheinlich in 10-20 Jahren ganz anders aus.
    Von den Kursgewinnen mal ganz abgesehen.

    VG

    Sparfuchs

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  10. servus eine frage zur allokaton:

    wenn man ein depot mit 60-80% aktien befüllen möchte. sollte man die 70% nur mit ETF dividenden artisokraten befüllen oder auch mit normalen ETF aktien?

    danke,

    dagobert

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    1. Da gibt es keine pauschale Aussage, dass muss jeder Anlegertyp für sich und seine persönlichen Anlageziele selbst entscheiden.

      Schon einen genauen Prozentbetrag für seine Aktienallokation zu haben, ohne erst überhaupt zu wissen "was" für Aktien man sich ins Depot holen will ist auch schon etwas putzig. Wie kommt man auf diese Quote wenn man noch nicht mal genau weiß was drin sein soll ?

      Die Frage, ob nun Dividenden-ETFs oder "normale" Indizes, hängt ja sehr davon ab, ob in Ihrem Anlagekonzept die Ausschüttungen eine wichtige Rolle spielen werden.

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    2. Danke sehr - ich verstehe jedoch nicht den Unterschied zwischen einem ausschüttendem Dividenden ETF und einem ausschüttendem Aktien ETF (ohne Fokus auf Dividenden). Beide erzeugen doch passives Einkommen.

      Welcher Vorteil hat dann ein Dividenden ETF?

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    3. Ein "normaler" ETF (also marktbreite Standart-Indizes) hat auch Unternehmen mit im Gepäck, die nicht ausschütten, da Dividende allein für ihn kein Selektionskriterium ist.

      Ein ETF der speziell auf Dividenden setzt sortiert die Firmen meist nach der Höhe der Dividendenzahlungen (und Nichtzahler sowieso garnicht), so kommt man auch auf höhere Ausschüttungsbeträge gegenüber Standartindex ETFs. Wer also auf passives Einkommen aus ist wird diese ETFs eher nutzen wollen.

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  11. Hallo T. Schnell, sehr hilfreicher Kommentar, und super Idee, die historische 10-jahres Performance anhand des abgebildeten Indexes nachzuvollziehen, weil manche ETFs einfach noch zu jung sind. Danke!!

    Allerdings stosse ich auf folgendes Problem dabei:
    Da ich gerne folgenden ETF "back-testen" möchte, habe ich recherchiert, welches der Basis Index ist: für den ETF SPDR S&P GLOBAL DIVIDEND ARISTOCRATS UCITS ETF (A1T8GD), ist der abgebildete Index der S&P Global Dividend Aristocrats Index.
    Allerdings kann ich den Index nirgendwo finden!!

    Kannst Du mir helfen? Wo kann ich einen guten Index-lister finden, bei denen ich die verschiedenen Indexe finden und vergleichen kann? Comdirect zeigt mir den Index beispielsweise nicht an.

    Danke

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    1. Den Index findet man doch auf der Anbieterseite von S&P, gleich als erstes Google-Ergebnis. Ticker ist SPGDAUP. Da steht übrigens auch dass der Index März 2013 aufgelegt wurde. Halten Sie sich bei "Backtests" also einfach an die entsprechenden ETFs, da man ja die (und nicht direkt den "Index" auf den sie basieren) kaufen tut.

      Mit "Wertentwicklung verschiedener Indexe verfolgen" meinte T.Schnell wohl wahrscheinlich eher dass Sie aufgrund des jungen Alters (<5j, die letzten Crashs also nicht mitgemacht) der meisten Dividenden-ETFs einfach die allgemeinen (also nicht speziell dividendensortierten) breiten "Mainstream-Indizes" (SP500, ES50, MSCI Welt etc.) anschauen können, da es die schon länger gibt und Sie so ein Gefühl dafür bekommen können was für Aufs und Abs am Markt so üblich sind.
      Und ja, da sind eben auch ein paar heftige Knicke drin, davor schützt Sie auch kein Dividenden-ETF. Man brauch Jahre und Jahrzehnte Durchhaltevermögen um so konsequent Vermögen aufzubauen, wer die Zeit nicht mehr hat (weil z.b. schon Rentner und jetzt eher auf Vermögenssicherung bzw Entnahme bedacht), der brauch die Aktien jetzt ja nicht mehr übergewichten.

      "gibt es einen historischen performance vergleich eines dividenden aristokraten ETFs, der über mind 10 Jahre geht? "

      Vergleich mit was ? Gegenüber einem normalen breiten Marktkapitalisierungs-Index ? Gegenüber anderen Anlageklassen ? Gegenüber einem "risikolosen" Benchmark wie Zinskonto ? Muss man schon genauer wissen, sonst sinds Apfel mit Birnen.

      Nur als Beispiel, den amerikanischen SPDR SP500 Dividend Aristocrats ETF gibt es schon seit 2005. Ticker ist "SDY", kann man also bei allen Finanzseiten nachverfolgen. Der hat also den letzten Crash mitgemacht und ist genauso 50% abgerauscht wie sein "Vater"-Index SP500. Hätten Sie also da dass Pech gehabt ausgerechnet alles am Höchstand 2007 zu investieren, wären Sie die nächsten 5-6 Jahre kursmäßig im Minus und erst 2013 wieder im Plus (die 3% Dividende mal aussen vor gelassen).
      Ich sage dass nicht um es schlecht zu reden, im Gegenteil (ich lege ja auch selbst im Markt an), will eher darauf hinweisen dass man langen Atem und einen gewissen Zeithorizont braucht (ich habe noch Jahrzehnte bis zur Rente, bin also auf das Kapital nicht akut angewiesen). In Ihrer verschiedenen Lebenssituation mag vielleicht ein anderes Anlagekonzept angebrachter sein wenn Sie nicht willens oder in der Lage sind, solche Schwankungen mitmachen zu müssen.

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