Leser-Depots

Als Muster-Depots kennen Sie schon das High Yield/Dividend Depot, das Dividenden-Aristokraten Depot und das Welt-Depot.

An dieser Stelle können Ihre eigene Investments-Ideen und bereits bestehende Depots besprochen werden. Schreiben Sie mir dazu eine Mail mit Ihrer Frage und ich veröffentliche diese hier. Die anderen Blogleser sind aufgerufen die Ideen und Depots konstruktiv zu kommentieren, damit für uns alle ein Lerneffekt eintritt.

Bitte beim Kommentieren Leser und Anfragedatum kurz nennen, damit jeder sofort weiß worauf sich der Kommentar bezieht

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Leser M: Anfrage vom 17.08.2015

Grundsätzlich würde ich gerne ein Vermögen von zunächst ca. 20.000€ investieren.

33% in eine art ETF-Welt Depot
Aufteilung:
70% MSCI ACWI
10% MSCI Emerging Markets Small Cap
10% Euro Stoxx Mid
10 % Core Dax
(Euro Stoxx Mid und Core Dax für mehr Gewichtung richtung Europa/D-Land, da ACWI sehr Nordamerika-lastig)

33% in höher-dividendenausschüttende ETFs
- DEKA DAXPLUS MAXIMUM DIVIDEND UCITS ETF
- iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE)
- Sehr viele High Yield ETFs sind über meinen Onlinebroker nicht verfügbar (z.B. Stoxx Global Select Dividend 100), wodurch ich sehr eingeschränkt bin. Haben sie hier Tipps, bzw. sehr zu empfehlende ETFs?

33% in Aktien Dividenden-Aristokraten
- Hier werde ich ca. 7 Positionen kaufen können.
- Geplant BHP, BASF, Nestle, Altria, Allianz, BMW (Liebhaber), + 1
- (Sollte ich hier doch lieber zu Div-Aristokraten ETFs greifen zwecks Diversifikation?)


Ich werde das Aktiengeschehen nur monatlich verfolgen, nicht täglich.
Ich plane, halbjährlich oder jährlich die Depots durch Aufstockung auszugleichen.
Innerhalb der nächsten 3 Jahre sind nochmal insgesamt 20.000€ invest geplant

Nun habe ich einige Fragen:
- ist das geplante Vorgehen eine solide Strategie?
- gibt es sich zu stark überschneidende Aktien?
- ist die Priorisierung für einen langfristigen Invest mit dem Ziel für ein passives Einkommen passend?
- zu High Yield ETFs:Sehr viele High Yield ETFs sind über meinen Onlinebroker nicht verfügbar (z.B. Stoxx Global Select Dividend 100), wodurch ich sehr eingeschränkt bin. Haben sie hier Tipps, bzw. sehr zu empfehlende ETFs?
- zu Dividenden-Aristokraten: Reicht eine Aufstockung des Depots über die nächsten 3 Jahre hinweg, oder sollte ich doch lieber zu Dividenen-Aristokraten-ETFs greifen, zwecks Diversifikation? Bzw. ist grundsätzlich ein Dividenen-Aristokraten-ETF mehr zu empfehlen?


Leser To: Anfrage vom 10.10.2015

Ich habe meine Asset Allocation zum Teil nach dem Buch "Asset Allocation Profit" ausgerichtet, welches ich gekauft hatte.

Ich habe keine Rohstoffe und (noch) keine REITs im Depot. Rohstoffe gedenke ich auch nicht zuzukaufen, zuminderst nicht in der nächsten Zeit. REITs möglicherweise, aber damit lasse ich mir auch noch Zeit.

Meine Asset Allocation sieht folgendermaßen aus:

Globale Dividenden Titel: 38%
Dividenden Aristokraten: 16%
Untehmensanleihen HY: 8%
Unternehmensanleihen Investment Grade: 14%
Staatsanleihen Emerging Markets: 24%.

Ich habe mir bei dieser Verteilung folgendes gedacht: Ich habe mir die durchschnittlichen Vorschläge aus dem eBook angeschaut, und prozentual die Verteilung von Aktien, HY-Bonds und Investment-Bonds sowie Staatsanleihen isoliert, sprich ohne Rohstoffe und Immobilien herausgerechnet. Damit kam ich auf ungefähr 50% Aktien. Von diesen 50% wollte ich 30% Aristokraten, dies erklärt meine ca. 16% Gesamtanteil.

Meine ETFs: iShares STOXX Global Select Dividend 100, SPDR S&P Global Dividend Aristocrats, iShares JP Morgan $ Emerging Markets Bond Fund, iShares $ Corporate Bond, iShares $ High Yield Corporate Bond.

Mein Depot umfasst momentan 15.000 €. Liquidität halte ich zwar vor, aber eher gering. Das hat den Grund, dass ich Beamter bin und daher zum Beispiel das Risiko wegfällt, dass ich unerwartet meinen Arbeitsplatz verliere. Ich versuche, monatlich ca. 1000 Euro zu sparen, kaufe aber aus Kostengründen nur ca. alle 3 Monate wegen der Gebühren etc.

Ich würde gerne wissen, was ihr über das Depot im Gesamten denkt. Meine größte Sorge ist eigentlich, dass es möglicherweise ein bisschen zu US-lastig sein könnte, weshalb ich auch anstatt des US-Aristokraten-ETF lieber den globalen gewählt habe, welcher nur ca. 25% US-Aktien enthält.

Die TER liegt bei 0,42%.

Wie ich in einem anderen Beitrag bereits geschrieben habe, überlege ich mir, im nächsten Jahr als langfristige Anlage mit Fokus auf Wertsteigerung in den STOXX Health Care und den STOXX Food&Beverage zu investieren, da ich denke, dass aufgrund der wachsenden und alternden Weltbevölkerung diese Vermögenswerte langfristig viel Potential haben. Mein absoluter Fokus ist und wird aber auch passives Einkommen mit guter Diversifikation bleiben.

Für Tipps oder Vorschläge bin ich dankbar.

Vielen Dank, liebe Grüße und ein nettes Wochenende.

Kommentare:

  1. "- ist das geplante Vorgehen eine solide Strategie?"
    Kann man nie ganz im voraus sagen, aber wenn du langfristig(10+Jahre mindestens) dranbleibst und nicht beim ersten grö0eren Knick (und die werden auf jeden Fall mal kommen!) weinend/wütend alles hinschmeißt, kann man m.M.n. zumindest mit breiten globalen ETFs am wenigsten falsch machen. Auch das regelmäßige Besparen ist wichtig, gerade Anfänger tun sich schwer damit auf einmal "all ihr Geld" den Schwankungen des Marktes ausgesetzt zu sehen. Besser ist es oft, sich lieber mit kleineren (aber konstanten) Schritten ins Börsen-Wasser zu begeben. Und gerade in Krisen kann man, wenn man das regelmäßige Zukaufen durchhält, am Ende die dicken Anteile mitholen.

    "- gibt es sich zu stark überschneidende Aktien?
    Für mich ja. Gerade die Doppel/Überbewertung von europ. und deutschen Aktien, dafür ist mir das Argument "im ACWI sind mir schon zuviele Amerikaner drin" etwas zu dünn. Dass ist vllt deine MEINUNG, aber damit stellst du dich gegen die Meinung des Marktes, durch den ja diese Verteilungs-Verhältnisse zustandekamen. Klar kann, wenn man Glück hat und mit seiner Vermutung richtig liegt, was besser laufen, aber darauf würde ich mich, gerade als Anfäger, eher nicht verlassen.

    Wenn du schon eine eigene, vom ACWI/World abweichende Länder-Allokation aufbauen willst, würde ich das vllt eher in
    -USA
    -Europe
    -(developed) Asia/Pacific
    -Emerging Markets
    aufteilen. Möglichst "total Market", oder "investable Market", so dass man es sich möglichst spart, jeweils noch viele einzelne smallcap ETFs mit dazuzunehmen. Gewichten kann man das ganze dann nach Anteil der Region am Welt-BIP, wenn man eine möglichst "objektive" Maßeinheit braucht.
    ETF-Empfehlungen dafür abzugeben kommt drauf an ob du die "normalen" marktbreiten Standart-ETFs willst oder schon die "neumodischen" Smart-Beta ETFs die nach bestimmten "Faktoren" vorsortieren. Das ist ne ganz eigene Debatte (wo auch vieles noch nicht lange in der Praxis bewährt ist) also bleiben wir erstmal beim alten:

    -USA: SP500 (gibts z.b.ab unschlagbaren 0,07% TER bei iShares) ist der wichtigste Index
    -Europa: Stoxx Europe 600 ist mein Favorit (da hast du z.b. die 200 Midcaps schon mit drin)
    -Asien: schwieriger, weil das meistens in "Japan und Rest-Asien" aufgeteilt wird. Einzig der MSCI Pacific kombiniert das gleich, ansonsten gibt es auch "All Country"-Lösungen (wo aber evtl Schwellenländer-Überschneidungen mit drin sind)
    -Emerging Markets: Da ist der MSCI Emerging Markets Index der Platzhirsch, auf den die meisten ETFs laufen. Ishares bietet auch hier im Rahmen seiner "Core"-Reihe eine günstige IMI-Lösung die Smallcaps beinhaltet.

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    1. zweiter Teil, wurde anscheinend vom Spamfilter gefressen ?:

      Wenn du nicht jetzt schon auf die passiven Ausschüttungen angewiesen bist (und sie hpts eh nur wieder reinvestieren würdest) ist es eigentlich vernünftiger, erstmal noch garnicht auf spezielle Dividenden-ETFs zu setzen und bei den thesaurierenden Standartindizes zu bleiben und die lange anzusparen. Wegen der Doppelbesetzung der vielen gleichen Unternehmen werden sie für dich ja keinen großen Diversifikationsmehrwert ggü den Standartindizes bringen sondern deren Bewegungen hpts genauso mitmachen. Aber hey, je nachdem wie sehr du a) der Theorie "Dividendenunternehmen entwickeln sich langfristig besser als der breite Markt" anhängst und b) die psychologische "Hilfe" durch die motivierenden Dividendenzahlungen brauchst, kannst du ja auch gleich NUR in Dividenden-ETFs investieren. Es gibt von einigen Anbietern schon Suiten, die alle von mir oben erwähnten 4 Regionen abdecken (zb, Ishares bietet die "Select Dividend" Reihe an, SPDR hat die "Dividend Aristocrats" und Wisdomtree "Equity Income").

      Oder eben der eine globale Dividend 100 ETF, ist sicher nicht der schlechteste wenn man nur einen Ausschütter braucht (gibt von SPDR auch noch nen Global Dividend Aristocrats, oder von Vanguard den All World High Dividend). Auf den Daxplus würd ich da eher verzichten, der bringt da von der Kurskorrelation sicher keinen Mehrwert zum Rest des Aktienanteils. Wenn's dir da sonst nur um die hohen Ausschüttungen geht wärs doch vllt interessanter mal lieber auch nen hochausschüttenden Anleihe-ETF mit dazuzunehmen ?

      Dass du einen großen/bekannten ETF wie den Global Select Dividend 100 bei deinem Broker nicht bekommst - ist für mich gleich erstmal ein Grund schwer über einen Brokerwechsel nachzudenken ? Gibt doch heutzutage viele gute Vergleichsportale im Internet, und der "Umzug" ist auch schnell und kostenlos erledigt! Falls du aus irgendwelchen Gründen trotzdem bei deinem Broker bleiben willst, tja hm, versuchs mal mit Telefonorders ?

      Zu Einzelaktien würde ich Anfängern eigentlich eher erst mal abraten, AUSSER sie haben sich schon gleich auch mit einer vernünftigen (=objektiven, messbaren - nicht emotionalen) Auswahlmethode beschäftigt. Also wer Bewertungskennzahlen analysieren kann und ein klares System für Ein- und Ausstieg hat, soll dass von mir aus gern machen aber die meisten Einsteiger, denen das noch nicht zuzutrauen ist, sind ein paar wenige große ETFs erstmal entspannter zu handeln (bzw kann weniger schiefgehen,lol) anstatt sich mit viel Einzelaktien-kleinklein zu verzetteln und evtl. danebenzugreifen ^^. Soll absolut nicht abschätzig klingen, im Gegenteil, ich ermutige jeden sich mit Fundamentalkriterien etc zu beschäftigen, Aktien-Screener zu benutzen und dann auch wirklich kompetente/aufgeklärte Entscheidungen zu treffen

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  2. Danke für die Konstruktive Kritik.
    Nach weiterer Information und deinen Anregungen, würde ich das "Welt-Depot" nun in vier ETFs aufteilen:

    30% Stoxx Europe 600
    30% S&P 500
    30% MSCI Emerging Markets
    10% MSCI Pacific

    Welche ETFs genau muss ich dann selbst noch raussuchen, ich wünsche mir möglichst ausschüttende.
    Das Problem bei den ausschüttenden ETFs ist, dass diese oft trotzdem teil-thesaurieren. Wenn dann das Domizil (trotz DE-Index) in z.B. Irland ist, ist mir das steuerlich wieder zu aufwändig.

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    1. Für die Auswahl von in Deutschland erhältlichen ETFs benutze ich gern die Seite Justetf, da gibts viele Informationen und Sortier-Möglichkeiten.

      Da steht auch meist gleich mit welche ETFs im Bundesanzeiger gelistet sind (oder man schaut gleich selbst im Bundesanzeiger nach), weswegen man dann auch keine "Angst" mehr vor Steueraufwand bei ausländischen/thesaurierenden Fonds haben muss.

      Ob und wie du dein Weltportfolio auch noch mit Anteilen anderer Assetklassen ausstatten und abrunden kannst/willst (hpts Anleihen, aber z.B. auch Immos,Rohstoffe,Edelmetalle und was alles so als "Alternatives" durchgeht) wäre eine weitere mögliche Diskussion. Zumindest die Argumente dafür und dagegen sollte man kennen und für sich selbst durchdacht haben um eine begründete Entscheidung treffen zu können.

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  3. Bei den Einzelanlagen sehe ich es auch wie Chris , schon alleine von der Kostenseite her. M.M.n. sollte es pro Trade mindestens so etwa 1500 bis 2000 Euro sein , um nicht eine zu starke Kostenbelastung auf der einzelnen Aktie zu haben . Bei von dir vorher gewählten 7 Positionen stimmt dann bei 1500 Euro mal 7 Gleich 10500,00 Euro,die Aufteilung nicht mehr richtig .
    Außer dein Endziel ist die Einzeltitelanlage und Du möchtest nach und nach eine weiter Position dazukaufen .

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  4. Hallo zusammen, inzwischen hat sich die Strategie ein wenig geändert:

    60% Aktienmarkt
    30% Rentenfonds
    10% Immobilie/Rohstoffe

    Ich suche nun einen steuerleichten ETF (am liebsten ausschüttend), der die Emerging Market + Pazifik (wenn mans findet mit Japan) zusammenfasst.
    Etwas in dieser Art: FR0010312124

    Nu dass dieser eben thesaurieren und in Frankreich ist.

    Hat da jemand Tipps?
    (Aufteilung in Emerging Market / Pazifik ex Japan / Japan lohnt sich bei meinem geplanten Anlagevolumen nicht)

    Gruß M


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    1. Das wirds wohl so direkt nicht geben. Wenn dir der Steuerstatus so ein wichtiges Kriterium ist, kannst du ja mal hier nachschauen ( https://www.justetf.com/de/news/etf/steuereinfach-in-etfs-investieren.html ) und dann unten in der Suchmaske auf entsprechende inländische/ausschüttende die (eingeschränkte Auswahl) das passendste raussuchen.
      Ansonsten muss man da halt Kompromisse machen.

      Kannst ja mal erzählen was für Anleihefonds und Immo/Rohstofffonds du dir rausgesucht hast, und aus welchem Grund die genau ? ;-)

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  5. Guten Tag,

    hat hier jemand Erfahrungen mit dem PIONEER FUNDS - EUROPEAN EQUITY TARGET INCOME A EUR DA LU0701926320 der schüttet rund 7% aus?

    Gruß O

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  6. Es gibt ein neues Leser-Depot, welches sich auf Anmerkungen, Hinweise und Vorschläge freut.

    VG
    Lars

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  7. Zu den Anleihen, auch hier wieder der Fokus auf hohe Ausschüttungen, gut aber man sollte sich bewußt sein das es sich dabei eben nicht um den "Stabilitätsanker" von AAA-Staatsanleihen handelt und man damit auch mehr Schwankungen aushalten muss. Wer damit klarkommt, kann hier gute Rendite einfahren. Putzig finde ich, dass du dir bei den Aktien über US-lastigkeit Sorgen machst, deine Unternehmensanleihen aber nur aus Dollar(=US) bestehen ? Vielleicht noch einen für Euro-Highyield dazu, oder gleich nur einen allgemeinen "Global" Highyield ETF (gibts z.b. von iShares, ticker IBC9) nehmen. Genauso kann man sich überlegen, ob es unbedingt viel Mehrwert bringt, sich Investmentgrade- und HY-Corporate Bonds gleichzeitig ins Depot zu legen. Genauso wie oben, verlaufen die zwei Sachen auch hier wieder relativ ähnlich, dh. Diversifikation ist dadurch nicht unbedingt mehr erreicht und man könnte gut auch nur eines der beiden nehmen (wohl eher die höherausschüttende Variante).

    Auf Rohstoff- und REIT-ETFs kannst du tatsächlich erstmal ohne Sorgen verzichten. Das hatten wir schon ein paar mal in Artikeln und Kommentaren besprochen und konnten da nicht unbedingt zwingenden Mehrwert fürs Depot feststellen. Was die speziellen "Einzel-Wetten" auf bestimmte Industriebranchen angeht, mhm ich würde mich eher schwertun das nun unbedingt Anfängern zu empfehlen. Lieber erstmal das Kern-Depot aufbauen, und das so diversifiziert gestalten dass man von allen Trends etwas mitnimmt und nicht auf bestimmte "Investment-Stories" angewiesen ist. Ende der Neunziger hätte man dadurch nur in Tech investiert, weil damals alle ja doch genauso "jeder weiß doch dass das die zukunft ist". Von einer wachsenden/alternden Weltbevölkerung können alle verschiedenen Branchen profitieren, und da muss man nicht auch noch den Versuch machen, die Branchen zu erhaschen die am meisten profitieren werden. Erfahrungsgemäß sind auch Leute, die nach so "Stories" investieren auch oft nicht so langfristig wie nötig dabei und springen ab, sobald es wieder eine neuere heißere Story gibt. Langfristige Wertsteigerungen wird man mit einem diversifizierten (und reinvestiertem) Dividendendepot sicher schon gut einfahren, das ist vielleicht "langweiliger" als erfolgreich die "Trends der Zukunft" erraten zu haben, aber wenigstens auch stressfreier wenn man sich doch mal irrt. Aber hey, jedem das seine. Und wenns schon einzelne Branchen-ETFs sein müssen, falls mit "Stoxx" die (Europe 600) Sektor-Indizes gemeint sind, die investieren ja nur in europ. Unternehmen, da würde ich evtl die weltweiten MSCI World Sector-Indizes vorziehen (gibts ETFs drauf zb. von dbx).

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    1. Mhm, hat der Spamfilter anscheinend den ersten Teil von meinem Kommentar wieder gefressen ? Also hier nochmal:

      Hallo "To", hier mal meine Gedanken dazu.
      Das Depot kann man sicher grundsätzlich so machen, das wird bei vielen Anlegern nicht groß anders aussehen und ist nicht die schlechteste Lösung. Man könnte vllt noch vorher, bevor man über einzelne ETFs und deren Prozentverteilung spricht, eine Grundsatzdebatte führen ob jetzt ausschüttende (und dabei noch, in speziell hochausschüttend selektierende) oder thesaurierende Fonds eigentlich langfristig "besser" sind, aber zumindest die Argumente dafür und Nachteile der beiden Varianten sollte man kennen. Da du schon bewusst passives Einkommen ansprichst, spare ich mir eine Behandlung des Themas hier mal.

      Zu den Aktien ETFs, der Stoxx Global Select 100 und der Global Dividend Aristocrats sind sicher gute und beliebte Basis-Fonds (der Global 100 wird z.b. hier oft als Verglechs-"Benchmark" für aktive Fonds benutzt), die auch ich ziemlich uneingeschränkt empfehlen würde. Allerdings über den Sinn und (Zusatz)Nutzen, sich BEIDE ins Depot zu holen, müsste man sich nochmal überlegen. Die sind sehr korreliert, d.h. laufen relativ stark im Gleichschritt (ist ja auch klar, decken beide das gleiche Segment ab und enthalten auch viele der selben Firmen). Mit "Diversifikation" ist also eigentlich was anderes gemeint, als hier "doppelt zu moppeln". Gerade wenn deine "größte Sorge" (naja, diese Sorgen möcht ich mal haben ^^) ist dass ansonsten zuviel US-lastigkeit ins Depot kommt, würde ich doch eher die Regionen-Verteilung gezielt mit Einzel-ETFs nach meinen Wünschen steuern.

      Also nimm, anstatt eines einzigen globalen ETFs, vier verschiedene ETFs die jeweils die Regionen (Nordamerika, Europa, Asien, Schwellenmärkte) abdecken. Die kannst du dann individuell so gewichten, wie es dir nach deinem "Gefühl" beliebt (ohne jetzt wieder drüber zu diskutieren, ob Gefühle ein guter Ratgeber dabei sind ;-). Ähnliches habe ich ja auch schon in einem anderen Kommentar geschrieben. Es gibt von vielen Anbietern ETF-Serien, die diese Regionen gezielt abdecken, zb. von iShares eben die "Select Dividend" Reihe, von SPDR die "Aristocrats" und Wisdomtree's "Equity Income".

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  8. Hallo allerseits,

    erst einmal danke an Lars für die schnelle Veröffentlichung meines Depots. Danke auch an Chris für die schnelle Anregung. Hierauf möchte ich natürlich eingehen:

    Was die US-Lastigkeit angeht, meinte ich damit das Depot im Gesamten, was du angesprochen hast, ist das was ich meinte. Dadurch, dass die Anleihen ja bereits alle in USD notieren, entsteht ja ggf. auch ein Währungsrisiko. Da werde ich vermutlich noch ein wenig gegensteuern, indem ich mir einige Euro-Bonds einmische.

    Ausschüttende ETFs bevorzuge ich auf jeden Fall, damit habe ich mich ausreichend befasst. Ich lege in jedem Fall gesteigerten Wert auf passives Einkommen. Daher habe ich diese ETFs auch alle ausschüttender Natur ausgewählt.

    Ich habe mittlerweile meine Investments auch alle umgeschichtet und zwar so, dass nach und nach mein ganzes Kapital in mein Depot fließt. Ich habe bereits einige Jahre über Dachfonds der AXA in europäische Aktien investiert, bis ich mich mit dieser Art Investments (ETFs und passives Einkommen) näher beschäftigt habe und mir klar geworden ist, dass es einfach die bessere Alternative für mich persönlich ist. Die AXA verlangt zum Teil horrende Gebühren...oft genug thematisiert.

    Ich habe zwei Jahre Erfahrung als Daytrader, habe gehebelte Produkte über einen britischen Broker gehandelt, darunter meistens Devisenpaare und CFDs auf Gold, Aktien, Rohöl und europäische sowie amerikanische Indizes.

    Ich kann insofern nur das unterstreichen, was Lars in seinem Artikel schreibt, warum Investieren besser als Handeln ist. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es mir den letzten Nerv geraubt hat, Tag und Nacht kreisten meine Gedanken nur um den Markt, kleinste Kurssprünge, short oder long, machten mich eine Zeit lang wahnsinnig, denn mit Leverage handelt man immer auf Fremdkapital, hat also einiges zu verlieren (aber auch zu gewinnen). Was ich daraus mitgenommen habe: Einige Erfahrungen, die heute wertvoll sind, mich mit meinen Investments ruhig schlafen lassen, und die Gewissheit, dass ich das niemals wieder machen will.

    Das nur als kleiner Exkurs, vielleicht auch für andere Leser. "Reich" wird durch Daytrading (fast) niemand.

    Darum werde ich auch für Investments wie beschrieben auf die mutmaßlichen Wachstumsmärkte von morgen (die Kritik bzgl. Neuer Markt, Dotcom usw. ist durchaus sehr berechtigt, danke dafür) lediglich das sog. "Spielgeld" aufwenden.

    Ich werde mich noch eine Weile mit den angesprochenen Tipps bzgl. der Bond-ETFs auseinandersetzen. Vielen Dank für die hilfreiche Antwort!

    LG Tobias

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    1. Haja, das mit dem Trading kann ich sicher nachfühlen. Einfach mit einem "langweiligen" Dividendendepot ganz entspannt ca 5% pa kassieren ohne groß was dazutun zu müssen, ist schon was anderes als durch "eigenes Handeln" die Chance (darum machen wirs ja) auf größere Gewinne, aber eigentlich damit nur eher Verluste, einzufahren. Durch die tägliche Aktivität bildet man sich zumindest ein, mehr "Kontrolle" zu haben, d.h. das Investmenterfolg und -niederlage mehr von den eigenen Fähigkeiten abhängen (und da die meisten Menschen ja eh zu Selbstüberschätzung neigen...) anstatt das es wie in Wirklichkeit nur ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten ist.

      Ich hab ja auch immer noch einen kleinen Anteil (ca 5%) "Spielgeld" (also was mir nicht unbedingt wehtut zu verlieren) im Depot, wenn mich mal der ein oder andere interessante Zock reizt. Das nervöse Daytrading mit stundenlang vorm Computer hocken tu ich mir allerdings nicht mehr an, sondern eher so Trends die sich mal ein paar Wochen/Monate lang hinziehen mit einem leichten Hebelzerti mitzunehmen. Das hat letztes Jahr beim Ölpreis-Verfall und der China-Rallye ganz gut geklappt, dieses Jahr hatte ich nur ein paar Trades auf den VIX gemacht, mit mäßigem Erfolg.

      Also wie gesagt, wenn du dir über so Sachen wie individuelle Regionen-Verteilung Gedanken machst, würde ich dir raten deine Gewichtung selbst zusammenzubauen mit vier einzelnen Regionen-ETFs statt einem einzigen globalen. Schau mal die verschiedenen Index-Konzepte von iShares, SPDR, Wisdomtree und wen's noch so alles gibt an (einen guten Einstiegs-Überblick findest du z.b hier http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2013/09/ankundigung-einer-neuen-artikelserie.html ) und such dir ETFs die dich überzeugen für die jeweilgen Regionen raus. Auch beim Verhältnis von Aktien zu Anleihen generell würde ich ersteres schon übergewichten, also mehr als 50% Aktienanteil, weil dort eben langfristig mehr Renditepotential drin ist (Dividendensteigerungen!).

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    2. Achja, und was ich noch vergessen hatte: Wenn dich besonders hohe Ausschüttungsrendite reizt (und du unempfindlich gegen das Reizthema Besteuerung ausländischer Fonds bist) kannst du, nachdem du dein solides Basis-Depot wie beschrieben aufgebaut hast, wenn du willst auch einen gewissen Anteil in speziellere/"sportlichere" Dividenden-ETFs wie den schon öfter hier besprochenen Global X SuperDividend oder den Arrow DJ Global Yield investieren, um nur ein paar bekanntere Beispiele zu nennen. Die Yield dieser amerikanischen ETFs ist höher als die ansonsten bei uns angebotenen, und monatliche Ausschüttung, deswegen sind sie bei einigen Leuten auch ganz beliebt, während andere halt sich wg Steuerkompliziertheit Gedanken machen. Das muss halt jeder individuell handhaben.

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    3. Hi Chris,
      Würdest du eher einen DividendenDepot aus Aktien oder ETFs machen?
      Eine Mischung meiner Meinung nach erzeugt viel zu viele Schnittstellen. Ich kann mich nämlich noch nicht entscheiden...

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    4. Beides hat seine Vor- und Nachteile, und je nach individueller Situation seine Berechtigung.

      Persönlich würde ich sagen, dass ein Einzelaktien-Depot etwas höhere Kapitalanforderungen stellt wegen der nötigen Diversifikation. Mit einem ETF kann man sich praktisch mehrere hundert Aktien in einem Produkt gebündelt auf einmal kaufen, während Einzelaktien-depots (auch das ist natürlich individuelle Ansichtssache) erst so ab 20+ Positionen vernünftig diversifiziert sind - und um das wirtschaftlich handeln zu können sollte dann schon ein mittlerer fünfstelliger Betrag vorhanden sein. Wobei man sich natürlich sein Depot auch nach und nach aufbauen kann.

      Der Aufwand der Auswahl und des Managements vieler Einzelaktien setzt auch etwas mehr Wissen und Freude an der Beschäftigung mit der Börse voraus, mag also für ganz bequeme Passivler auch nicht der erste Weg sein. Aber wer das mitbringt, und ein regelbasiertes System hat, der kann sich seine "idealen" Aktien selbst aussuchen anstatt sich nur mit Kompromissen den (vielleicht persönlich suboptimalen) Auswahlmethoden der ETFs zu unterwerfen.

      Welche Gedanken machst du dir denn dazu, bzw welche Vorraussetzungen und Ansprüche hast du ?

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  9. Also, das große Problem bei mir ist das Kapital/Einkommen.
    -normaler Angestellter ohne Aufstiegschancen, 2000€ Netto Gehalt. Damit kann man keine 20+ Positionen in den nächsten Jahren aufbauen. Zusätzlich zum Notfallgeld auf dem TG, hätte ich 15.000€ für einen Investment mit mehr Risiko bereit.
    Ich hab die letzten Wochen viele Foren, Blogs & Börseseiten durchgekämpft und tendiere persönlich zum Einzelaktien-Depot.
    Nur die Frage bleibt, lohnt es sich bei meinem kleinen Startkapital?Die meisten erfolgreichen Blogs sind von Amis, lohnen sich die US-Dividenden steuertechnisch überhaupt , im Vergleich zu ETFs? Die sichere Variante der beiden Strategien ist klar, aber ich glaube nicht, dass mein Einkommen auf Dauer für Aktienneukäufe reichen wird oder?

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    1. Also mit 15k€ kann man doch schon 15 Positionen á 1000€ aufbauen. Das sollte schon reichen, vor allem wenn man sich erstmal auf die soliden allseits bekannten Dividendenaristokraten beschränkt kann man "wenig falsch machen" (sofern sowas an der Börse überhaupt gilt) und den Rest des Depots mit neuem Geld nach und nach abrunden. Siehe zB. hier http://www.passivergeldfluss.de/dividenden-aristokraten/dividenden-aristokraten-depot/ da sind viele dieser Klassiker auch drin.

      Dein Gehalt an sich ist ja noch nichtmal das Problem, entscheidend ist der Überschuss zwischen Einnahmen und Ausgaben. Wenn du Ausgaben unter 1000€ hast, könntest du theoretisch jeden Monat eine neue Position kaufen/ eine alte nachkaufen. Wie ist also deine Sparrate ?

      Klar, die meisten Infos/Blogs sind von den Amis, da muss man auch aufpassen was wirklich 1zu1 übertragbar ist bei uns und was nicht.
      Zb die ganzen steuerbevorzugten 401k- und IRA-Depots gibts hier so nicht, und wir laufen, was die Divi-Reinvestition angeht, quasi mit "angezogener Handbremse" immer nur zu 75% des Zinseszinseffektes mit rum. "Lohnen" tut es sich zwar trotzdem noch (alles ist ja besser als nichts tun), aber die ganz optimistischen Rechnungen aus den Ami-Blogs werden wir wohl nicht so schnell erreichen. (das ist ja übrigens auch kein Einzelaktien vs ETF Problem, sondern betrifft alles beides)
      Oder falls du mit "steuertechnisch" die amerikanische Quellensteuer meinst, dank Doppelbesteuerung werden die US-15% angerechnet und es kommen dann nur noch 10% deutsche Steuer dazu, macht in der Summe also keinen spürbaren Unterschied.

      Was meinst du mit "Die sichere Variante der beiden Strategien ist klar" ? (was soll die sichere Variante sein?). Wie gesagt, wenn du Einzelaktien machen willst, solltest du dir vorher ein regelbasiertes Zahlensystem zur Auswahl (mit fest definierten Einstiegs- UND Ausstiegskriterien) zusammengelegt haben, und das auch befolgen. Das setzt voraus das man u.U. hunderte Aktien regelmäßig verfolgt und analysiert, um sich daraus für ein paar dutzend zu entscheiden. Ein ETF nimmt einem diese Arbeit halt ab, aber da ist man halt darauf angewiesen, dass einem dessen Auswahlkonzept auch passt und gefällt.

      Verschiedene Dividenden-ETFs und deren Auswahlkonzepte werden zB hier vorgestellt
      http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2016/01/aktien-etfs-aus-aller-welt-artikelserie.html
      Schau mal ob da was für dich dabei ist und dich ein Konzept überzeugt.

      Ansonsten zum Thema Einzelaktien vs ETFs hab ich auch noch ein paar Artikel geschrieben:
      http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2015/10/betrachtungen-zum-dividendenwachstum.html
      http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2015/10/wachstum-und-stabilitat-der.html
      http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2015/11/uberlebens-rate-und-turnover-von.html

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    2. Sparrate: mind.750€, eher mehr.
      Mit "sicherer Variante" meinte ich ein ETF-Portfolio, dadurch dass es breiter gestreut ist. Wenn ich mich für ETFs entscheide (statt Einzelaktien), würde ich ein Weltportfolio mit 3 ETFs (50/30/20) aufbauen und evtl. den SDIV oder VYM dazu tun.
      Aber im moment tendiere ich zu Einzelaktien ohne ETFs... ich weiß mann kann (bzw. sollte) den Markt nicht timen, aber wenn ich sehe dass bspw. JNJ & T nach oben, sagt mein Anfänger-Bauchgefühl ich soll lieber warten. Wie siehst du das?

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    3. Rennen hier nur lauter Singles und Kinderlose herum? Ich kann mir sonst nicht erklären wie hier manche bei einem normalen Durchschnittsgehalt noch große monatliche Geldbeträge anlegen können.

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    4. @Anonym: Ich habe im Leben schnell gelernt, dass man nicht so leicht immer nur von sich auf andere schließen sollte ;-) Es existieren jedenfalls auch Leute, die selbst mit durchschnittlichem Gehalt und Familie finanzielle Überschüsse ansammeln können, weil sie eben bewußt und konsequent budgetieren. Geht nicht gibts nicht.

      @Jan:
      Gute Sparrate! Damit ist dir eigentlich alles möglich (also selbst ein Einzelaktiendepot mit mehreren dutzend Positionen könntest du innerhalb weniger Jahre aufbauen).

      Ob große ETFs "sicherer" als ausgewählte Aktien sind wegen der Diversifikation, ist halt immer so ne Sache - wenn man "die richtigen" Aktien ausgewählt hat, sind die besser, und wenn man die "falschen" ausgewählt hat, nunja... ;-)

      Ich würde es mal so sagen - Gerade als Anfänger ist die Frage der du dich stellen musst: habe ich überhaupt ein SYSTEM nach dem ich diese (möglichst "richtigen") Aktien denn überhaupt finden kann ? Also ein paar verschiedene Unternehmensanalyse- und Auswahlmethoden verstehen, beherrschen. Diese Systeme sollten möglichst regel- und zahlenbasiert sein (um den willkürlichen Einfluss von "Meinungen" und "Bauchgefühlen" weitestgehend auszuschließen). Habe ich dann auch die Zeit, die das System benötigt, um es anzuwenden ? Bin ich dann auch vom System so überzeugt, dass ich ihm vertraue es zukünftig (auch durch mit Sicherheit kommende Krisen) langfristig durchziehen zu können ?

      Wenn ja, dann mach es. Wenn nein, dann bleib vielleicht erstmal bei den Standard-ETFs bzw. lies und bilde dich weiter bis du dir ein entsprechendes System zurechtgelegt hast. Ein Weltportfolio hat halt den "Vorteil", dass man nicht viel "falsch" machen kann und zumindest immer in etwa die Marktrendite bekommt.
      Alternativ bieten sich für die Chance auf Überrendite auch die Verwendung der neuen Smart Beta Konzepte an:
      http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2016/01/etfs-mit-smart-beta-strategien.html
      Vielleicht überzeugt dich davon ja etwas.

      "ich weiß mann kann (bzw. sollte) den Markt nicht timen, aber wenn ich sehe dass bspw. JNJ & T nach oben, sagt mein Anfänger-Bauchgefühl ich soll lieber warten. Wie siehst du das?"

      Ich seh das eigentlich so: Ich investiere einfach jeden Monat eine feste Summe neu ins Depot (quasi "Sparplan", nur eben nicht automatisiert sondern damit wird gezielt die am stärksten untergewichtete Position wieder nachgekauft, um so gleich Rebalancing mit zu betreiben). Wie die Kurse dabei gerade stehen ist mir eigentlich schnurzpiepe. Steigen sie, ist das schön. Fallen sie, ist das auch okay, krieg ich doch für mein Geld mehr Anteile. Für noch groß Nerven darüber zu machen, was jetzt "oben" und "unten" ist, bin ich schon zu alt, bei mir läuft das mittlerweile ganz auf Autopilot und ich kann mich mehr den wichtigeren Dingen im Leben widmen ^^

      Für Anfänger grob beschrieben wie das Vorgehen bei mir so abläuft habe ich auch am Ende der Artikelserie "Aktien-ETFs aus aller Welt - Wie man damit sein Weltportfolio aufbaut", lies es dir vielleicht auch mal durch ? :-)

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    5. Hallo Lars, Chris, Jan und Mituser .
      Ich gehöre zu der Gruppe der Einzelwert Anleger . Hier bevorzuge ich eine 80/20
      Prozent Anlage . D.h. 80 Prozent BAR-Div. Aristokraten , 20 Prozent Wachstumswerte .
      Bei den BAR-DIV.Aristokraten kann sich sehr schön in Lars sein Div.Aristokraten Depot umgesehen werden . Hier hat der Lars mit allen Usern zusammen über die Leserwahlen ein recht schönes Depot aufgebaut .
      Lauflinie :
      1) Eröffne ein Depot bei einer Bank mit niedrigen Gebühren für ein Depot
      ( Comdirekt o.ä. ) .

      2)Mache Dir jede Woche ein Ausdruck des Div. Aristokraten Depots von Lars .

      3)Da Lars oder Chris ( oder ich ) es bisher noch nicht geschafft haben eine Betrachtung über Oben/Unten bessere Rendite ??? bei der Investition zu machen , schau auf Onvista wieviel die Werte in der Vergangenheit zugelegt haben oder runtergefallen sind und wo Sie derzeit stehen .

      4)KEINEN Kauf unter 1500,00 bis 2000,00 Euro machen , da die Gebührenbelastung auf die einzelne Aktie mir hier zu hoch wäre . Also wenn ich z.B. 750,00 Euro Monatlich Investieren kann , würde ich dann halt NUR alle 2 bis 3 Monate eine Investition machen .

      5)Für den Anfang könnte man dann z.B. oben/mitte/unten kaufen oder auch nur unten oder nur oben oder nur mitte . Eigentlich egal , da von mir genauso wie von Chris oder Lars nicht abgesehen werden kann , welcher der Werte sich am besten verhält .
      Möglicherweise wäre es erstmal am besten , Werte aus der Mitte zu nehmen , da es hier dann evt. nicht soviele schwankungen gibt
      So könnte dann Stück für Stück ein Depot aufgebaut werden .
      Ich persönlich bin ja eher der Käufer der Verlierer ( also unten ) um dann auf einen Turnaround zu hoffen . Chris geht genauso vor , jedoch wegen der sturen Nachgewichtung und des automatischen rebalancing .
      In der Rückbetrachtung , kann ich jedenfalls nicht einschätzen , ob es sinnvoller gewesen wäre bei Altria ( also oben ) oder bei doch recht tiefen Kurs bei Novartis einzusteigen . Auf lange Sicht , wirst Du ein Gefühl für Deine Anlage bekommen , und wirst sehen wo es evt. gut wäre nachzukaufen
      ( Chancen ) oder evt. ein Verkauf und ein Nachkauf an einen anderen Unternehmen die bessere Möglichkeit ( Option ) ist .

      6) Der Prozess des rebalancing . Dieser Prozess wird NIEMALS aufhören .

      Hoffentlich hilft diese Sichtweise etwas bei der Anlage in Einzelwerte .

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    6. Danke euch beiden! Noch eine kurze Frage bezüglich Broker. Ich tendiere ja zu Interactive Brokers (oder ein Reseller von denen), niedrige Gebühren im US-Markt. Aber in Foren haben viele das Problem mit der "Steuerbescheinigung (Activity Statement)" mit dieser Auslands-Bank.
      Welchen Broker benutzt ihr?

      In der Zwischenzeit werde ich mich mit der Unternehmensanalyse beschäftigen...

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  10. Sind größere Investitionen derzeit empfehlenswert? Ich halte die Märkte für sehr nervös und würde eher eine weitere Korrektur für größeren Investitionen abwarten. Wie ist eure Meinung? Aus meiner Sicht ist der Brexi erst der Anfang einer längeren Kette von Ereignissen mit Kursrabatt-Chancen.

    Gruß

    Steve

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    1. Es gab in der Vergangenheit nie Zeitpunkte, bei denen ein Anleger sicher sein konnte einen guten Zeitpunkt zu erwischen. Und auch in Zukunft wird niemand zum Einsteigen läuten, bevor ein langer Aufwärtstrend einsetzt. Passend dazu der Artikel: Es gibt immer Gründe nicht in den Aktienmarkt zu investieren.

      Versuche Dein System zu finden, um in den Markt zu investieren. Es gibt hier auf dem Blog und auch im verlinkten Artikel einige Vorschläge für solch ein systematisches Vorgehen.

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    2. @Steve

      Auf was für eine "Korrektur" wartest du zum nachkaufen ? -10%, -20%, -50% ? Und wie lang bist du bereit darauf zu warten ? Mach dir am besten einen schriftlichen Investitionsplan, so ala "ich hab die und die Summe Kapital, bei den und den Kursmarken werde ich so und so viel davon reinvestieren"... damit das keine endlose Wischiwaschi-Bauchgefühl Sache wird ("...och nööö, heute investiere ich auch wieder nicht, es könnt ja noch weiter runtergehen..."). Wie "fühlt" sich denn auch bitte ein "guter" Investitionszeitpunkt an ? Theoretisch ist das ja nur der tiefste Punkt in einem Crash, praktisch haben aber auch nur die wenigsten "Fühler-Anleger" dann die Nerven zu investieren wenn überall vom Untergang des Abendlandes geschrieen wird, und niemand sagt einem ja auch vorher, welcher der vielen roten Tage im Crash der letzte gewesen sein wird. Solche undefinierbare Psychospielchen sollte man in seiner Kapitalanlage eher vermeiden als noch fördern.
      Und plane auch ein was du tust wenn du dich "geirrt" hast (wenn die Börse eins lehrt, dann Demut) und die Korrektur vorerst ausbleibt anstatt jahrelang auf dem cash zu hocken, so ala "wurden nach x Monaten meine Zielkursmarken trotzdem nicht erreicht, reinvestiere ich halt ne Summe Y weiter". Es gibt ja Leute die warten seit Jahren jetzt schon auf den nächsten großen Crash, horten ihr Geld und haben in der Zwischenzeit doch die Rallyes darin verpasst.

      wie gesagt, ich hab für all solches Taktieren eigentlich keinen Nerv mehr und investiere einfach immer, egal wie die Kurse grad stehen, in jeder Situation meine feste Summe monatlich und mache mich unabhängig von dem Stress, immer erfühlen zu müssen ob jetzt ein guter oder schlechter Zeitpunkt für eine Großinvestition ist.
      Das ist vielleicht "langweiligeres" Investieren, aber hey, genauso mag ich es. Meinen Bedarf an Nervenkitzel hole ich lieber aus anderen Hobbies, die nichts mit Geld zu tun haben ;-)

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  11. Ich versuche monatlich zwischen 200€ und 1000€ zu Investieren - je nachdem wie viel Geld übrig bleibt. Da ich nur 2€ pro Trade zahle und 100% Depotrabatt, fällt es mir leicht auch mal nur kleine Beträge zu Investieren. Jedoch beobachte ich Täglich die Entwicklung meines Depots und der Kurse und daher kann es schon mal sein das ich lieber das Geld zwischenparke und etwas später einsteige. Auf diese Weise habe ich letztes Jahr gesamt 15% erwirtschaftet und aktuell liege ich bei 5,7% komm. Ausschüttungen und nochmals rund 8% Kursgewinnen. Und das hätte ich noch besser machen können!
    Dies ist mein Weg wie ich investiere - sicherlicht gibt es noch viele andere die vielleicht auch noch besser sind?
    LG
    Sascha

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    1. Das klingt doch ausgezeichnet ^^

      Wenn du für dich einen Weg gefunden hast, der schon so gut zu funktionieren scheint, würde ich auf jeden Fall so weitermachen. Mit etwas Geduld und Ausdauer kannst du deine Ziele so entspannt erreichen. Am Ende geht auch nicht darum, aus jeder Situation noch unbedingt das letzte Prozentchen Rendite heraus zu optimieren, sondern auch einfach mal "gut genug" sein zu lassen.

      Dranbleiben und cool bleiben :-)
      Gruß, Chris

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