Dienstag, 23. Oktober 2012

Was sind Vermögenswerte?

Mir fällt in Gesprächen mit anderen Leuten immer wieder auf, dass unter dem Begriff Vermögenswert unterschiedliche Sachverhalte assoziiert werden. Für viele ist ein Auto ein Vermögenswert, erst recht eine eigene Immobilie. Aber auch Gebrauchsgegenstände werden häufiger genannt. Man hätte Geld in einen neuen Fernseher oder in die neue Küche investiert. Was ist nun wirklich ein Vermögenswert?

Nun schauen wir uns einmal einige vermeintliche "Vermögenswerte" genauer an.

Automobil: Sofern Sie einen Neuwagen kaufen, dann fallen bereits zahlreiche hundert Euro-Scheine vom Wert des Autos ab, wenn Sie vom Gelände des Fahrzeugverkäufers zu Ihnen nach Hause fahren. Auch sonst steht ein Auto die meiste Zeit des Tages irgendwo vor Ihrer Wohnung oder auf dem Parkplatz Ihrer Arbeitsstelle herum und kostet Geld. Dabei sind noch nicht einmal die Kosten für Kraftstoff, Steuern, Versicherungen, Inspektionen und Reparaturen berücksichtigt. Nach rund 4 bis 5 Jahten hat sich der Wert des Fahrzeuges - je nach Fahrzug-Typ - halbiert. Also, ein Auto ist sicherlich kein Vermögenswert, sondern die Anschaffung eines Luxusobjektes und aus finanzieller Sicht eine Geldvernichtungsmaschine.

Immobilie: Gehen wir vom günstigsten Fall aus und Sie bezahlen Ihre selbstgenutzte Immobilie bar. Dann sparen Sie sich die Miete für eine andere Wohnung oder ein Mietshaus. Aber die Immobilie sorgt nicht für einen Geldstrom in Ihr Portemonnaie. Im Gegenteil, sie kostet monatlich Geld für Steuern, Versicherung, für die Müllabfuhr und nicht zu vergessen sind die im Laufe der Zeit anfallenden Reparaturkosten. Nur wenn Sie das eigene Haus intakt halten, können Sie darauf setzen, später einmal den Anschaffungswert oder sogar einen Wert darüber zu erzielen.
Eine Immobilie kann ein Vermögenswert sein, wenn Sie ein regelmäßiges Einkommen in Form von Mietzahlungen erhalten. Allerdings ist dabei eine gute Rendite längst nicht gesichert und ist auf jeden Fall auch mit Arbeit verbunden.
Regelmäßig, wenn ich über das Thema Immobilien schreibe, bekomme ich einiges nicht so positives Feedback - um es einmal diplomatisch zu formulieren. Daher, eine eigengenutzte Immobilie ist ein durchaus angenehmes Luxusobjekt, aber im finanziellen Sinne kein Vermögenswert.
Mehr zu diesem Thema:

Gebrauchsgegenstände: Ein neuer Fernseher, eine neue Küche oder ein neues Sofa kann durchaus eine nette Anschaffung sein, aber sie sind sicherlich keine Vermögenswerte. Aus dem Fernseher kommen ebenso wenig Geldscheine heraus wie morgens im Backofen ein Haufen Münzen zu finden ist.
Mit Vermögenswerten fließt ein
Geldstrom in Ihr Portemonnaie

Definition:
Vermögenswerte sorgen für einen permanenten Geldstrom in ihr Portmonnaie. In Vermögenswerte wird investiert, damit diese passives Einkommen schaffen.

Alles, was Ihnen nach dem Erwerb regelmäßig Geld bringt, ist ein Vermögenswert. Wenn Sie in einem Einkaufszentrum einen Spielautomaten aufstellen würden, dann ist dieser ein Vermögenswert. Denn Sie erhalten regelmäßig das Geld, was andere Leute in den Spielautomaten stecken würden. Warren Buffet - einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten - hatte übrigens früher mit einem Flipperautomaten auf ähnliche Weise begonnen Geld zu verdienen. Aktien oder Aktien-ETFs sind klassische Vermögenswerte, denn sie bekommen für den Erwerb eine regelmäßige Dividende ausgezahlt.

Je mehr Vermögenswerte Sie sich zulegen, desto mehr Geld haben sie zur Verfügung und desto wohlhabender werden Sie.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. demnach gehört Gold nicht dazu?

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  2. @ Jan

    Wen man beim Verkauf einen Gewinn erzielt dan ist es ein Vermögenswert.
    Auch Aktien ohne Dividendenzahlungen sind genauso Vermögenswerte (solange man sie mit Gewinn verkauft)!

    Ich würde die Definition etwas abändern:
    Vermögenswerte sorgen für einen ((permanenten)) Geldstrom in ihr Portmonnaie.

    Es kann ja auch nur einmal Geld ins Portmonnaie fließen!

    Zum Beispiel ein Oldtimer bringt Instandhaltungskosten mit sich, wen man beim Verkauf aber einen guten Gewinn erzielt war es ein Vermögenswert, vor dem Verkauf aber ein Luxusobjekt.

    Es muss eben unter Strich Geld ins Portmonnaie fließen um ein Vermögenswert zu sein.

    Ansonsten ist der Artikel für viele Menschen sicherlich sehr hilfreich, da ich öfters höhre, dass Küchen und Autos als Vermögenswerte bezeichnet werden.

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  3. @beide: Gute Frage und gute Ergänzung!

    Gold ist als Vermögenswert grenzwertig. Derzeit befinden wir uns in einem übergeordneten Bullenmarkt bei Gold. Trotz Rücksetzer lässt die Aufweichung der Währungen wie Euro und US-Dollar mittelfristig weiter steigende Goldpreise erwarten. In solchen Fällen wird jeder sagen, ok ich bekomme in 2 bis 3 Jahren mit erhöhter Wahrscheinlichkeit einen höheren Geldwert für Gold als heute.

    Wenn wir uns die Historie aber anschauen und jemand, der 1980 Gold gekauft hat, hätte die Frage nach dem Vermögenswert nach über 20 Jahren fallenden oder bestenfalls stagnierenden Preisen anders gesehen.

    Solche Phasen werden irgendwann auch wieder kommen, spätestens wenn irgendwann eine Hochinflationsphase abkühlt, wird Gold wieder kräftig nachgeben. Insofern ist Gold auch zu einem Teil ein Spekulationsobjekt.

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