Mittwoch, 25. Juli 2012

Zwei spannende neue ETFs mit nicht unerheblichen Risiken

Fortwährend bin ich, neben den auf der Seite der Ausschüttungsquoten von ETFs gelisteten Investments, auf der Suche nach neuen interessanten Möglichkeiten Geld zu investieren. Jeder Geldanleger sollte zwar ein gewisses Liquiditätspolster haben, aber alles was darüber hinausgeht, muss investiert werden, damit das Kapital einfach auch richtig arbeitet. Aus dem Hause Global X (bekannt durch den Global X SuperDividend) sind zwei sehr frische ETF aufgelegt worden, die sich meiner Meinung nach interessant anhören, aber einige Haken haben. 


MLP (Master Limited Partnership) sind Unternehmen, die den Großteil der Gewinne an die Anteilseigner ausschütten. Denn ein Gesetz der US-Regierung aus den späten achtziger Jahren des zurückliegenden Jahrhunderts sieht vor, dass maximal 10% der Gewinne dieser Unternehmen versteuert werden. Dazu gehören US-Dienstleister aus dem Öl-, Gas- und Kohleminen-Segment, der große Rest von rund 90% geht als Dividende an die Anleger. Unternehmen schleusen Öl und Gas der Förderunternehmen durch ihre Pipelines und die Bereitstellung dieser Infrastruktur ist offenbar ein stabil-profitables Geschäftsmodell.

Die Besteuerung für nicht in den USA beheimateten Investoren ist deutlich höher als für den US-Anleger. Neben einer Quellensteuer von 35% muss der deutsche MLP-Investor normalerweise für jeden Bundesstaat in den USA eine Steuererklärung abgeben, durch den eine Pipeline führt. Das kann schnell zum mühevollen und teuren Spaß werden, zudem der deutsche Fiskus ebenfalls noch seinen Anteil haben möchte. Die Zielgröße der Ausschüttungen von MLP-Unternehmen ist in der Nähe von 10%, davon bliebe dann nicht mehr viel übrig.

Seit Anfang des Jahres 2012 wurde der Global X MLP ETF (ISIN: US37950E4733) ins Leben gerufen und ETFs nehmen einem normalerweise die lästigen Steuerfragen ab und als deutscher Anleger zahlt man unter dem Strich lediglich die übliche Abgeltungsteuer (15% Quellensteuer in USA, den Rest für die Bundesregierung). Was ich bislang mitbekommen habe, muss der ETF 35% Steuern abführen und damit blieben derzeit immerhin noch rund 6 bis 6,5% als Ausschüttung übrig. Ich muss leider gestehen, dass ich hier in der Steuerproblematik noch nicht so ganz durchgestiegen bin. Ich werde mir für einen kleinen Betrag ein paar Anteile des ETF ins Depot holen und später über die konkrete Besteuerung berichten.

Mitte Juli 2012, also erst vor ein paar Tagen, wurde der Global X SuperIncome Preferred ETF (ISIN: US37950E3339) aufgelegt. Ziel ist ein Korb von Anleihen auf Vorzugsaktien aus den USA und Kanada mit einem sehr hohen Ertrag. Dazu sollen annähernd 50 Titel aus dem S&P Enhanced North American Preferred Stock Index repliziert werden. Aufgrund der derzeit hohen Anzahl von Finanztitel (aktuell fast 90%), warnen einige Analysten vor den hohen Risiken in diesem ETF. Aber mal unter uns gesprochen, die Finanzunternehmen sind in den letzten Jahren derart verprügelt worden, dass es Leuten wie mir geradezu in den Fingern juckt in dieser aktuellen Zeit in den Finanz-Sektor einzusteigen...

Fazit 
Wie immer "empfehle" ich auf diesem Blog keine Wertpapiere, sondern stelle sie lediglich vor und gebe meine persönliche Einschätzung dazu ab. Beide ETFs würde ich zum jetzigen Zeitpunkt in der vorgestellten Asset Allocation lediglich unter der Rubrik "Spielgeld" einstufen. Wem selbst das Spielgeld zu schade ist, sollte diese beiden ETFs vorerst von der Seitenlinie aus verfolgen. In ein paar Monaten werde ich über meine Erfahrungen mit diesen beiden - auf den ersten Blick sehr interessanten - ETFs berichten. Der Ertrag wird zwischenzeitlich auf der Ausschüttungsseite der ETFs aktualisiert. Beachten sollte man auch die Hinweise zur Besteuerung von intransparenten Fonds/ETFs.

Einige Leser berichteten, dass sie dieses Wertpapier über ihre Bank nicht erwerben können. Bei der Comdirect gibt es diesen ETF telefonisch zu kaufen. Der deutschsprachige Kundenservice ordert diesen ETF nach meinen Erfahrungen problemlos an der NYSE Arca.

comdirect

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Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Hallo Lars,

    von ishares gibt es aus meiner Sicht auch einen neuen ETF (iShares Morningstar $ Emerging Markets Corporate Bond ; ISIN: DE000A1J0BJ3; http://de.ishares.com/de/rc/produkte/EMCP )

    Der ETF befasst sich mit Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets.

    Wie du oben schon geschrieben hast, du gibst im Blog deine "persönliche Einschätzung" dazu. Kannst du dir diesen auch mal ansehen und deine Meinung sagen.

    Aus meiner Sicht eine sehr interessante Sache, schwanke aber noch zwischen diesem ETF, dem "Euro High Yield" und dem "EM Staatsanleihen" ETF von ishares als Beimischung in mein Depot.

    Ein anderer Punkt ist, jetzt kaufen oder warten. Die Frage aller Fragen ...
    Bin mir noch nicht schlüssig, was mit den Anleihen-ETF's passiert, wenn demnächst am weltweiten Aktienmarkt noch einmal eine Abwärtswelle (meine Meinung) kommt.

    Würde mich über eine Einschätzung und Rat freuen.

    Ein täglich treuer Leser :-)

    Gruss Thomas

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    1. Hallo Thomas,
      danke für den wirklich interessanten ETF, ich habe ihn mit aufgenommen.

      Eine ausdrückliche Handlungsempfehlung gebe ich nicht, aber als Beimischung im Depot finde ich alle drei interessant.

      Es kann gut sein, dass am Aktienmarkt noch eine Abwärtswelle bevorsteht, aber auch nach oben hin könnte es recht schnell wieder gehen, wenn die Probleme in Europa als "nicht so schlimm wie erwartet" eingestuft werden würden.

      Die beiden ETF mit der Region Emerging Markets werden in US-Dollar gehandelt. Nun ist der US-Dollar im Vergleich zum Euro ziemlich deutlich angestiegen und im "EM Staatsanleihen" erinnert der jüngste Anstieg des ETF schon fast an eine Fahnenstange. Da wäre ich im Moment etwas vorsichtig. Es gibt auch einen ETF mit Schwellenländer-Staaten in den jeweiligen Landeswährungen. Ich habe ihn jedoch gerade nicht zur Hand.

      Grundsätzlich investiere ich immer in Tranchen, damit bin ich in den letzten Jahren ganz gut gefahren.

      Viele Grüße
      Lars

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    2. " Es gibt auch einen ETF mit Schwellenländer-Staaten in den jeweiligen Landeswährungen. Ich habe ihn jedoch gerade nicht zur Hand. "

      iShares Emerging Markets Local Government Bond UCITS ETF
      http://www.ishares.com/de/individual/de/produkte/251724/ishares-emerging-markets-local-government-bond-ucits-etf

      SPDR Barclays Emerging Markets Local Bond UCITS ETF
      https://www.spdrseurope.com/product/fund.seam?ticker=SYBM%20GY&

      Verschiedene Schwellenländer-Staatsanleihen in jeweiliger Landeswährung (also nicht Dollar). Yields auch schön dick so zwischen 5-7 % , aber eben wegen entsprechendem Risiko mit behaftet.

      Kursentwicklung in letzter Zeit nicht so pralle, weil halt die EM's, und vor allem ihre Währungen, gerade natürlich große Probleme haben.

      Mutige Konträr-Anleger (oder einfach nur ausschüttungshungrige) können ja gern damit mal ne Investition wagen ^^

      Ich hab sie zumindest mal auf der Watchlist, aber im Moment warte ich eher erstmal die Entwicklung ab bevor man da überhaupt eine relevante Position eröffnen sollte (weitet sich die Krise zum echten Crash aus kann man gern ein paar Schnäppchen danach machen)

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  2. Hallo zusammen,

    was haltet ihr von diesem ETF:

    SPDR S&P US Dividend Aristocrats ETF
    WKN: A1JKS0 / ISIN: IE00B6YX5D40

    Den halte ich schon fast für ein Basisinvestment in $-ETFs.

    Gruss Sven

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    1. Hallo Sven,

      danke für den ETF. Ich glaube dieser erfüllt für viele Leute wichtige Kriterien.
      Zitat bei der Comdirect:
      "Der S&P High Yield Dividend Aristocrats umfasst 60 Bestandteile des S&P Composite 1500® Index mit der höchsten Dividendenrendite, deren Dividenden in den letzten 25 aufeinander folgenden Jahren gestiegen sind. Der Index umfasst 60 Bestandteile des S&P Composite 1500® Index mit der höchsten Dividendenrendite, deren Dividenden in den letzten 25 aufeinander folgenden Jahren gestiegen sind."
      -- Zitatende --

      Leider fällt er hier durch ein Raster. Die unterste Benchmark hier mit aufgenommen zu werden ist eine Dividendenausschüttung von ca. 3,5% (wie z.B. der DWS Top Dividende).

      Der SPDR S&P US Dividend Aristocrats ETF schüttet zweimal jährlich aus (Dezember und Juni) und selbst wenn ich die höhere Ausschüttung im Juni von 0,1918 USD nehme, komme ich bei dem derzeitigen Kurs von fast 28 US-Dollar auf eine Dividendenrendite von deutlich unter 2%.

      Daher, sicher kein schlechter ETF mit strengen Kriterien, aber für die Betrachtung auf diesem Blog leider zu ertragsschwach.

      VG
      Lars

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